CD Reviews - In The Cellar
 
 

RockHard - Ausgabe Nr. 237

Die Debüt-Mini-CD der Schweizer Melodic-Metaller LORDREN dürfte vor allem den Geschmacksnerv aller Fans von epischen, keyboardorientierten Klängen à la Warlord oder Lordian Guard treffen. Die vier Songs und zwei orchstralen Zwischenstücke sind gut durcharrangiert, prima gespielt und besitzen dank Roland Klüsers melancholischer Klangfarbe in der Stimme auch genug Eigenständigkeit, um aus dem Einheitsbrei herauszuragen. Eine starke Visitenkarte für den Anfang!

Bruder Cle
Score: 7,5 von 10

Original Review

 

 
Powermetal.de - 16.01.2007

Trotz einer über acht Jahre andauernden Bandgeschichte und den durch die famose EP "Lord Of The Damned" aus dem Jahr 2004 nachgewiesenen Ambitionen, um in höherklassige europäische Heavy-Metal-Ligen aufzusteigen, hielt sich der zählbare Erfolg des schweizerischen Quintetts LORDREN (bislang) stark in Grenzen. Schuld daran hatte heuer weder irgendeine fehlgesteuerte Labelarbeit noch ein kreatives Vakuum, sondern einfach der Umstand, dass man für den abgewanderten Sänger Harry Stüssi jahrelang keinen adäquaten Ersatz fand. Mit dem Aufspüren der Gesangstalente des zudem als Gitarrist tätigen Roland Klüser sollten jetzt alle Sorgen der Vergangenheit angehören und der "In The Cellar" betitelte Neustart kann zusammen mit dem eidgenössischen Label Quam Libet beginnen. Nichts wie raus aus dem "Keller"!

Mit der landesüblichen Gemütlichkeit eines Zollbeamten will die Thurgauer Truppe nichts überstürzen und testet mit dieser "sechs minus zwei" songstarken EP erst einmal ganz behutsam den Markt und das europäische Headbangervolk und legt einem dabei unverfroren die Worte "mehr davon" in den Mund, ohne dass man sich gegen solch einen Ausspruch wehren kann. Denn diese Mannen um das Brüderpaar Thomas und Martin Aschlimann (Keyboards bzw. Bass) wissen, wie er gespielt werden muss, der Power Metal des 21. Jahrhunderts!

Eingeleitet von einem orchestrierten 'Intro' fackelt man in der Folgezeit nicht lange und knallt einem eine satte Vereinigung der Genrestärken aus Deutschland, den USA und insbesondere Schweden und Finnland vor den Latz, dass man meinen könnte, man hört hier den ersten Power Metal seit Jahren. Wer hat jetzt noch Fragen? Das Treiben der vier, jeweils zwischen viereinhalb und fünf Minuten langen Lieder 'In The Cellar', 'Restless Soul', 'Madness' und 'I Will Alawys Be Your Friend' dürfte selbsterklärend sein.

So präsentieren sich LORDREN - gewiss mit der größtmöglichsten Selbstständigkeit, die der klassische Power Metal nun mal erlaubt - mal Fahrt aufnehmend und dabei leichte Speed-Metal-Ansätze zeigend ('In The Cellar'), mal das Tempo verschleppend ('Restless Soul'), mal auf theatralische Stimmung setzend ('Madness') oder mal sehr nahe gehende, ruhigere, um nicht zu sagen balladeske, Töne anschlagend ('I Will Alawys Be Your Friend') und auf jeden Fall zu keiner Sekunde beliebig und berechenbar. Hauptsache die Spannung wird durchweg auf einem hohen Level gehalten. Den berühmten Rest erledigt mit Roland Klüser ein Frontmann, dem man eigentlich nur ein Ständchen für die Entscheidung, selbst das Mikro in die Hand zu nehmen, singen kann. Sein angenehmes, ausdrucksstarkes, eher im mittleren Tonbereich angesiedeltes und in keinster Weise selbstdarstellerisch wirkendes Organ könnte nicht besser zum Sound von LORDREN passen.

Interessant ist übrigens zu beobachten, dass das Gespann verstärkt auf schöne und aufreizende Keyboardpassagen und Orchestrierungen setzt, die allerdings eine ähnlich hohe Priorität wie die auf melodiös getrimmten Gitarrenriffs besitzen und so nicht ausschließlich als Begleitinstrumente den Hintergrund ausmalen.

Fazit: Ein bisschen mehr Druck hätte die in Eigenregie getätigte Produktion sicherlich noch vertragen können. Aber es reicht ja, wenn dies bei den Albumaufnahmen berücksichtigt wird. Mit LORDREN steht uns nämlich in naher Zukunft tatsächlich die Schweizer Power-Metal-Revolution bevor, "In The Cellar" legt schon mal den Grundstein.

Christian Falk

Original Review:
http://www.powermetal.de/cdreview/review-8925.html
 

 
Dawnradio.de - 04.01.2007

"Lordren" - eine Band aus der Schweiz - gegründet im Jahr 1998. Im Jahr 2000 kam die erste EP „Lord Of The Damned“ heraus. Nach dem Ausstieg des Sängers/Gitarristen wurde es wieder verdammt ruhig. Wenn man sich die Biographie der Band so durchliest, ist es echt ein hin und her - was eher wieder unbegreiflich ist, wenn man sich die neue EP "In the Cellar" zu Gemüte führt. Lang hat's gedauert, um so ein gutes Werk auf den Markt zu bringen.

Die 6 Songs auf dem Silberling sind echt ein Ohrenschmaus. Titel "In the Cellar" würde ich zu meinen Favoriten zählen. Also - haut rein und weiter so !!

Oiriginal Review:
http://www.dawnradio.de
 

 

Evilized.de - 28.12.2006

Wieder einmal zeigt sich, dass die kleine Schweiz eine Menge gutklassiger Musik zu bieten hat. Ein weiteres Beispiel dafür sind die 1998 gegründeten Lordren, welche 2000 bereits eine EP veröffentlicht haben und nach einem Sängerwechsel (für den ausgestiegenen Harry Stüssi übernahm Gitarrist Roland Klüser selber die Vocals, da man keinen geeigneten Sänger fand) veröffentlichen Lordren nun ihr atkuelles Werk „In The Cellar“, auf welchem sich vier Songs plus zwei Intros befinden.

Grob gesehen kann man die Musik von Lordren als melodiösen Dark Metal bezeichnen. Trotzdem kommt die Mucke nicht allzu düster daher, denn dafür sind die Melodien einfach zu lebensbejahend. Das ist aber hier nicht negativ gemeint. Im Gegenteil, die Jungs haben ein sehr gutes Gespür für starke Melodien.

Nach einem orchestralen Bombastintro bricht denn auch gleich ein Doublebass-Gewitter über den Hörer los. Nur kurz allerdings, danach fährt man doch etwas herunter. Klarer Gesang, orchestrale Arrangements und eine leicht düstere Note bestimmen den Song. Dunkel und bedrohlich fängt auch „Restless Soul“ an, steigert dann aber das Tempo und schlägt eine Richtung ein, welche jedem Nightwish-Fan gefallen dürfte. Eine tolle Melodie ist das Tüpfchen auf dem i. Die schöne Melodie ist auch das grosse Plus von „Madness“, welcher durch die zahlreichen Taktwechsel eine leichte progressive Note erhält und am Schluss in eine Melodic-Speed-Richtung mit tollem Gitarrensolo mutiert. Danach ist es wieder Zeit für ein düsteres Bombastintro/Zwischenspiel. Habe ich anfangs geschrieben, die Musik sei zu lebensbejahend? Auf das abschliessende „I will always be your Friend“ trifft dies nicht wirklich zu. Der Song wurde einem verstorbenen Freund gewidmet und dementsprechend handelt es sich hierbei auch um eine traurige Ballade, welche mit schönem Chorgesang ruhig anfängt und sich danach stetig steigert um am Schluss nochmals mit Vollgas aus den Boxen zu hämmern.

Soweit ist also vom Songwriting her alles im grünen Bereich. Kritikpunkte gibt es aber doch noch. Da wäre mal der Gesang von Roland Klüser. Der Mann hat eine gute und angenehme Stimme, jedoch agiert er irgendwie noch ein wenig zu gebremst. Mit etwas mehr Mut zum Risiko könnte er noch weitaus mehr aus seiner Stimme herausholen. Auch die Keyboards sind phasenweise etwas zu dominant und nehmen den starken Gitarren viel von der Power. Und zuletzt kommt auch der Drumsound etwas arg klinisch daher. Da die Scheibe aber in Eigenregie produziert wurde, kann man soundtechnisch Abstriche in Kauf nehmen.

Andreas Weber

Original Review:
http://www.evilized.de/cms/content/view/2230/41/

 

 
Osnametal.de

Gar nicht schlecht, was die Ost-Schweizer Melodic-Metaller Lordren uns hier mit ihrer EP „In the cellar“ präsentieren. Eingängiger Power Metal der melodischeren Art.

Eingeleitet wird dieser Silberling aus dem Hause Quam Libet Records mit einem „Orchestral Intro“, für welches sich Christoph Mehr verantwortlich zeichnet. Es schafft schon mal die richtige Atmosphäre mit zwielichtigen, gewaltigen Sounds, und quietschenden Türen. Dann geht's aber auch schon gleich mit dem ersten richtigen Song der Platte los. Mit einem Mark erschütternden Schrei eröffnet, wird das Tempo gleich von Anfang an hoch gehalten. Der Titeltrack zeigt eine gute Mischung aus harten Gitarrenriffs und Melodie, die vornehmlich vom Gesang und dem unterstützenden Keyboard ausgeht. Ein wenig langsamer geht's bei „Restless soul“ los, der schon mit ganz leichten Black Metal-Riffs aufwartet. Doch wenn der Gesang von Roland Klüser einsetzt, befindet man sich eindeutig wieder im Power Metal. Allgemein machen die Jungs einen guten Eindruck, was die Beherrschung ihrer Instrumente angeht. Der gerade genannte Roland Klüser übernimmt zusätzlich noch eine der beiden Gitarren, die andere wird vom auch schon erwähnten Christoph Mehr bedient. Die schönen Keyboard-Einlagen kommen von Thomas Aeschlimann. Thomas Meile an den Drums, sowie Martin Aeschlimann am Bass liefern das dazu passende Grundgerüst. Aber nun zurück zur CD:
Der folgende Track bestätigt wieder das Konzept, groovige Parts mit schnellen zu vereinen, welches auch schon bei den ersten beiden Stücken genutzt wurde. Nun folgt, quasi als Einleitung auf den letzten Track wieder ein kleiner orchestraler Zwischenpart, mit schwerer Kirchenorgel und Totenglocke. Dieses ist symptomatisch, da der letzte Track „I will always be your friend“ dem verstorbenen Reto Jaggi, wie es dem Booklet zu entnehmen ist, gewidmet wurde.

Alles in allem eine solide EP, die Vorfreude auf ein baldiges Full-Length-Album weckt. Ein Kritikpunkt ist aber dennoch anzubringen: Die Produktion scheint irgendwie zusammengesetzt, die einzelnen Instrumente teilweise etwas abgehoben und nicht integriert. Gerade beim Sound wünsche ich mir noch etwas mehr. Aber dennoch, macht weiter so, Jungs!

Horsti
Score: 3,5 von 5

Original Review:
www.osnametal.de/art_cds.php?view=alphabet&letter=L&id=894
 

 
Trespass.ch - 18.12.2006

Was einst mit Rondo Veneziano's Interpretationen von Rock-Hits begann, war spätestens dann bewiesen, als Apocalyptica auf ihren Cellos Metallica-Songs zelebrierten: Es gibt eine heilige Allianz zwischen Klassik und Metal, zweier an und für sich an gegensätzlichen Enden des Spektrums liegender Musikstile. Aus Finnland ist gar ein Konzert überliefert, bei dem die staatlichen Philharmoniker, eine Opernsängerin und eine DeathMetal-Band gemeinsam auf der Bühne standen. Dass aber klassische und metallische Musik in ein und derselben Band co-existieren, ist eher neu. Vielleicht ist es auch Ausdruck der momentanen Aufbruchstimmung im Metal-Sektor, der seit Lordi sein Mauerblümchendasein mehr und mehr ablegt. Bei Lordren ist hauptsächlich Gitarrist Christoph Mehr, der offenbar über eine klassische Ausbildung verfügt, für diesen Einfluss verantwortlich. Seine beiden Instrumental-Stücke führen absolut zu Gänsehaut und die Songs von Lordren weisen eine deutliche Struktur, ja fast schon eine Architektur auf. Aufgebaut auf sphärischen Keyboards und klassisch singenden Metallgitarren werden die Lordren-Stücke richtiggehend ausgestaltet. Das Werk ist episch angelegt und auch wenn die EP nur vier richtige Songs beinhaltet, erkennt man das unendliche Universum dahinter. Dass man hingegen auch zu viel experimentieren kann, offenbart für mich der Titelsong "In the cellar", bei dem Sänger Roland Klüser aus einer Tauchglocke heraus zu singen scheint. Der opernhafte Song, wohl als Kernstück der EP gedacht, ist nach meinem Geschmack einfach schlecht abgemischt und da Lordren sonst gut tönen, muss man es als gewollt hinnehmen. Auch den Gesang finde ich gekünstelt, wenn auch glücklicherweise nicht in der Art von Nightwish, die mir nach drei Song zum Hals raus hängen. Lordren fangen sich danach sehr gut auf und beweisen mit "Restless Soul", "Madness" und "I will always be your friend" ohne allzuviel Schnickschnack, dass Metal und Klassik zusammen das Potential für eine neue Art Sound mitbringen.

Monthy

Original Review:
http://www.trespass.ch/?IDCMainActiv=13962
 

 
Sounds2move.de - 05.12.2006

Die Melodic Metaller von Lordren haben im Grunde jenen Weg beschritten, der vor ihnen schon so manch andere Metal Band beschritten hat. Ursprünglich als Cover-Band gestartet, wuchs irgendwann der Wunsch auch eigene Kompositionen ins musikalische Leben zu entlassen. Alsdann debütierte die Band im Jahre 2000 mit der EP "Lord of the Damned", wobei das Erstlingswerk durchaus lobende Worte einheimsen konnte. Danach wurde es jedoch still um Lordren, da der usrprüngliche Sänger seinen Hut nahm und sich die Band dementsprechend nach einem Ersatz umschauen musste. Doch nun sind Lordren zurück und liefern mit "In the Cellar" ihre zweite EP ab. So lasst uns nun also herausfinden, ob es sich für die Band gelohnt hat den "Way of Heavy Metal" zu beschreiten.

Durchwegs sehr melodiös, teils leicht symphonisch und absolut kurzweilig, das sind die Qualitäten die alle Songs auf "In the Cellar" auszeichnen. Angefangen beim rasanten Titeltrack, dem noch ein wenig rasanteren "Restless Soul", dem riffgesegneten "Madness", bis hin zum abschließenden epischen "I Will Always Be Your Friend" offenbaren alle vier Songs das unüberhörbar Talent von Lordren. Die Jungs wissen ganz genau was ein Song braucht um zu überzeugen, und sie setzten dieses Wissen auch überzeugend in die Tat um. Somit befindet sich sowohl instrumental wie auch gesanglich auf "In the Cellar" alles im Grünen Bereich, einzig die Produktion gefällt mir persönlich nicht zu 100%, da alle Songs mit einem hallen unterlegt sind, was nicht nur ein wenig gewöhnbedürftig ist, sondern den Kompositionen auch merklich Power raubt. Eine druckvollere Produktion wäre somit wünschenswert gewesen, da mein subjektives Gesamturteil somit sicherlich noch besser ausgefallen wäre. So bleibt unterm Strich eine EP, die dem geneigten Genrefan 21 Minuten solide und unterhaltsame Kost bietet. Lordren befinden sich auf dem richtigen Weg, dessen bin ich mich nach dem anhören von "In the Cellar" sicher. Zwar muss sich die Band sicherlich noch ein gutes Stück weiterentwickeln, um im Haifischbecken namens "Metal Szene" dauerhaft bestehen zu können. Aber ich sehe da im Grunde keine größeren Probleme, da genug Talent und Können vorhanden ist. Und wenn ihr nun die CD haben möchtet, dann müsst ihr nicht im Keller suchen gehen, sondern kurz bei QLR vorbeischauen.

Nando Rohner

Original Review:
http://www.sounds2move.de